Hüttentour planen: Tipps und Infos zur Vorbereitung

Hüttentour planen

Ihr seid gerade dabei eine Hüttentour zu planen? Sehr schön :) Denn eine Hüttentour bietet tolle Möglichkeiten um vom Alltag abzuschalten und die Natur der Alpen zu genießen. Mit ein paar Tipps für die Planung möchten wir euch diese gerne erleichtern. Wenn du bereits ein erfahrener Bergwanderer ist, dann sind die folgenden Infos wahrscheinlich nichts Neues. Bei unserer ersten Hüttentour waren wir jedoch froh darüber, dass wie Unterstützung bei der Planung hatten. Und diese Erfahrungen geben wir gerne an Neueinsteiger, aber auch an alte Hase weiter. Unsere Schritt für Schritt Anleitung führt euch sicher zur nächsten Hüttentour:

1. Die beste Jahreszeit für eine Hüttentour?
2. Wie lange soll die Hüttentour gehen?
3. Welchen Schwierigkeitsgrad kann ich mir zumuten?
4. In welche Region soll es gehen?
5. In einer Gruppen wandern?
6. Schlafplätze in den Hütten reservieren?
7. Welche Ausrüstung benötige ich?
8. DAV Mitgliedschaft & Versicherung
9. Trainieren und Testwanderung
10. Wettervorhersagen beachten

1. Die beste Jahreszeit für eine Hüttentour?

Der ideale Zeitraum für eine Hüttentour hängt von mehreren Faktoren ab. Haben sie Kinder dabei und sind an die Schulferien gebunden, sind die Möglichkeiten sicherlich begrenzter. Wenn Ihr jedoch frei in der Wahl des Zeitraumes sind, dann meidet am besten die Ferienzeiten, in denen die bevölkerungsreichsten Bundesländer womöglich sogar zeitgleich Ferien haben.

Die meisten Hütten sind etwa von Juni bis Ende September bewirtschaftet. Manche Hütten haben aber auch schon im Mai bis in den Oktober geöffnet. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass in den frühen Sommermonaten Mai und Juni womöglich noch nicht alle Wege, vor allem die hochalpinen Wege nach Wintern mit relativ viel Schnee, einwandfrei begehbar sind. Einsteiger und nicht allzu erfahrene Bergwanderer sollten also eher die Monate im Hochsommer und Spätsommer ins Auge fassen.

Der August und der September sind was die Wetterlage angeht recht stabile Monate für den Alpenraum. Man sollte aber nie vergessen, dass man sich z.T. in hochalpinen Gelände befindet und Wetterwechsel nicht untypisch sind. Bei einer unserer Hüttentouren (im Pitztal) waren wir Ende August auf 3.000 Metern unterwegs. Wir hatten an einem Tag 10cm Neuschnee und 2 Tage später schönstes Alpenwetter mit deutlich über 20 Grad. Man muss also auf alles vorbereitet sein.

2. Wie lange soll die Hüttentour gehen?

Zumeist ist es ja so, dass je länger man dem Alltag entfliehen kann, umso schöner ist es auch ;) Bei einer Hüttentour muss jedoch beachtet werden, dass man sein gesamtes Gepäck dauerhaft dabei haben muss. Sprich: je länger man unterwegs sein möchte, umso mehr Gepäck hat man auch dabei. Aber keine Angst, auch hier gibt es einige Tipps und Tricks, um nicht bei einer Hüttentour von mehr als 5 Tagen Unmengen an Utensilien mitzuschleppen. Mehr dazu findet Ihr in unserer Packliste für die Hüttentour.

Die Länge der Tour ist neben der persönlichen Vorlieben auch abhängig von der Fitness der Teilnehmer und des Schwierigkeitsgrades der Tour. Der Alpenraum ist so gut erschlossen, dass im Grunde genommen eine kurze Tour über das Wochenende genauso möglich ist wie eine längere Tour über mehrere Tage, evtl. sogar Wochen. Die meisten Wanderrouten lassen sich verlängern oder verkürzen und bieten z.T. mehrere Verbindungen zwischen den Hütten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Als gute Länge für einen Einsteigertour sind 3 – 4, maximal 5 Tage ideal.

3. Welchen Schwierigkeitsgrad kann ich mir zumuten?

Eines vorneweg: Eine Hüttentour in hochalpinen Gelände setzt eine gute Fitness, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus! Versteht uns nicht falsch, wir wollen niemanden Angst vor einer Tour machen. Im Gegenteil. Es ist uns aber eine Pflicht, darauf hinzuweisen, dass Höhenwege die entsprechend ausgezeichnet sind (schwarze Wege mit Klettersteigen oder gar Gletscherüberquerungen) nichts für Anfänger im Bergwandern sind.

Seid ihr in einer Gruppe unterwegs, dann orientiert euch am Schwächsten der Gruppe. Wenn jemand in der Gruppe Schmerzen bekommt, sich unsicher fühlt oder sich mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert sieht, dann kehrt (wenn es die Umstände zulassen) besser um. Wichtig ist auch, dass ihr euch bei den Hüttenwirten über den aktuellen Zustand der Wege erkundigt, Empfehlungen annehmt und euch unbedingt in die Hüttenbücher eintragt.

Unser Tipp an Einsteiger: Beginnt mit einer Tour, die auch als Einsteigertour ausgezeichnet ist. Zu Beginn gleich eine Tour planen, der man nicht gewachsen ist kann das tolle Erlebnis einer Hüttentour schnell zunichtemachen und böse Folgen haben.

4. In welche Region soll es gehen?

Der Alpenraum bietet eine Vielzahl an landschaftlichen reizvollen Wandergebieten. Das Allgäu bietet zwar sehr stark frequentierte Hüttentouren, aber für Einsteiger auch ideale Bedingungen. Der Deutsche Alpenverein empfiehlt auf seiner Webseite Mehrtagestouren im Vorarlberg/Tirol. Zum einen die Verwall-Runde, die Sellrainer Runde und die Lechquellenrunde. Weitere Tourenvorschläge finden sich beim DAV unter http://www.alpenverein.de/Huetten-Wege-Touren/.

Ein tolles Buch zum Thema Hüttentouren ist von Mark Zahel “Hüttentreks: Die 55 schönsten Mehrtages-Wanderungen von Hütte zu Hütte in den Ostalpen”. Hier finden sich viele schöne Vorschläge für Touren die einzeln beschrieben sind. Wir können das Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

5. In einer Gruppen wandern?

Der eine oder andere ist auf einer Tour auch gerne für sich allein. In einer Gruppe macht es aber einfach mehr Spaß und auch der Sicherheitsaspekt spielt eine große Rolle. Viele Sektionen des Deutschen Alpenvereins bieten ihren Mitgliedern geführte Mehrtagestouren an. Der Vorteil ist, dass man immer erfahrene Bergwanderer an seiner Seite hat.

6. Schlafplätze in den Hütten reservieren?

Wir empfehlen die Hüttenpächter vorher zu kontaktieren und Schlafplätze anzufragen. Vor allem wenn man in den Ferienzeiten unterwegs ist und auf Nummer sicher gehen möchte. Die Hütten kann man per Telefon oder Email erreichen. Man macht es so auch den Hüttenwirten einfacher. Verspätet man sich oder kann aus welchen Gründen auch immer nicht die Hütte besuchen versteht es sich von selbst, den Hüttenwirten zeitnah abzusagen.

Die meisten Hütten bieten Lagerplätze in einem Matratzenlager und/oder Zimmerlager. In den Matratzenlagern teilt man sich ein großes Zimmer mit mehreren Wanderern. Die Zimmerlager sind etwas teurer, bieten aber mehr Privatsphäre. Möchte man in Zimmerlagern übernachten, ist eine Reservierungsanfrage umso mehr zu empfehlen.

7. Ausrüstung

Das Gelingen einer Hüttentour steht und fällt mit der richtigen Ausrüstung. Wir empfehlen, bei Rucksack, Schuhen und Kleidung auf keinen Fall am falschen Ende zu sparen. Hier findet ihr eine Übersicht über die notwendige Ausrüstung und eine Checkliste für´s Packen.

8. DAV Mitgliedschaft & Versicherung

Als Mitglied im DAV unterstützt ihr eure Sektion und den Verein finanziell und helft somit, den Bergsport am Leben zu erhalten. Eine Mitgliedschaft beim Deutschen Alpenverein hat mehrere Vorteile. Zum einen besteht, wie schon gesagt, die Möglichkeit, an geführten Touren der Sektionen teilzunehmen sowie Kletter- und Wanderkurse rund um den Bergsport zu belegen. Auf den Hütten des DAV habt ihr als Mitglied die Möglichkeit, günstiger zu übernachten und es werden vergünstigte Bergsteigeressen und Bergsteigergetränke angeboten.

Das unserer Meinung nach wichtigste Argument für eine Mitgliedschaft im DAV ist das Thema Sicherheit und Versicherungen. Als Mitglied seid ihr bei allen Aktivitäten des Bergsports versichert. Weitere Informationen dazu erhaltet ihr auf den Webseiten des DAV.

Ihr bekommt außerdem alle 2 Monate das Magazin “DAV Panorama” mit vielen Informationen rund um Touren zugeschickt. Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit an Kartenmaterial, Wanderführer und Literatur in den Bibliotheken des DAV zu kommen.

9. Trainieren und Testwanderung

Bevor ihr euch auf Hüttentour begebt, solltet ihr euch mit der ein oder anderen mehrstündigen Wanderung an die Ansprüche einer solchen Tour gewöhnen. Das heißt, ihr solltet trainieren. Wichtig hierbei: nicht nur im Flachland ohne Steigungen wandern, sondern schon auch ein paar Höhenmeter zurücklegen. Fühlt ihr euch fit genug, dann solltet ihr mindestens eine bis zwei Wochen vor der Hüttentour eine mehrstündige Wanderung mit einen anspruchsvollen Höhenprofil (soweit dies eure Umgebung zulässt ;)) und mit gepackten Rucksack durchführen.

Wir empfehlen hier den Rucksack mit all dem zu packen, was ihr auch auf eurer Hüttentour dabei haben werdet. Eine Packliste und Tipps zum Rucksack packen findet ihr hier. Die Testwanderung sollte unter den realistischsten Umständen stattfinden. Ihr habt so auch noch die Möglichkeit, Schwächen eurer Ausrüstung zu erkennen und zu verbessern. Und glaubt uns: eingelaufene Schuhe werden weit weniger schmerzhafte Blasen verursachen.

10. Bevor es losgeht und während der Tour das Wetter beachten!

Bei einer unserer Touren im Pitztal Ende August haben wir die komplette Bandbreite des Wetters der Alpen im Sommer erleben dürfen. Von Nebel, Regen über Neuschnee bis hin zum strahlend blauen Himmel und Temperaturen von -2 Grad bis knapp 25 Grad an nur einem Tag. Man muss also dauerhaft das Wetter beobachten und sich auf den diversen Seiten die Wettervorhersage ansehen. Vertraut auch immer auf die Erfahrung der Hüttenwirte und fragt nach deren Einschätzung. Empfiehlt euch ein Wirt einen Weg nicht zu gehen, dann macht das auch nicht!

Wenn ihr aber Glück habt und sich das Wetter von seiner besten Seite zeigt, dann werdet ihr auf einer Hüttentour tolle Eindrücke sammeln. Und gibt es was Schöneres, als die Sommersonne auf der Terrasse einer schönen Hütte mit tollem Ausblick zu genießen?

Haben wir etwas vergessen oder habt ihr weitere Tipps für die Planung einer Hüttentour? Dann zögert nicht, einen Kommentar zu hinterlassen! Unsere Leser und wir freuen uns über jeden hilfreichen Kommentar.

Bildcopyright: Flickr CC 2.0 Allie_Caulfield

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